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apa [02.11.07]
 
In Kärnten wird der Fasching ernst genommen

Landesausstellung in Villach - Uni-Kolloquium "Fasching im
Mittelalter" in Friesach - Faschingszeitung sagte schon 1993
Ausstieg Haiders aus FPÖ und Gründung neuer Partei voraus =

Dem Umstand, dass in Kärnten der Fasching offensichtlich wirklich "die fünfte Jahreszeit" ist, wird heuer zum traditionellen "Faschingswecken" am 11. 11. um 11.11 Uhr Rechnung getragen:

Im Reinhard-Eberhart-Museum (REM) in Villach wird die Landesausstellung "Alles Fasching" eröffnet, in Friesach beschäftigt sich ein dreitägiges Universitätskolloquium mit dem Thema "Das Königreich der Narren. Fasching im Mittelalter".

Bei der bis zum Aschermittwoch 2008 dauernden Ausstellung in Österreichs Faschingsmetropole Villach werden alle Facetten des sogenannten närrischen Treibens vermittelt, sowohl aus historischer als auch aus aktueller Sicht. Schwerpunkt ist das Jubiläum "25 Jahre Faschingszeitungen in Kärnten", breiter Raum wird auch dem Brauch des Faschingsweckens gewidmet.

Für die historischen Recherchen und die wissenschaftliche Aufbereitung der Ausstellung zeichnet der Vorstand des Geschichteinstituts der Klagenfurter Uni, Johannes Grabmayer, verantwortlich. Die Anfänge dieses Kultes reichen rund 5.000 Jahre zurück, und zwar in die Zeit der Sumerer im Land zwischen Euphrat und Tigris. Der Fasching in Kärnten wurde erstmals am 14. Oktober 1360 urkundlich erwähnt, ab 1638 war es Brauch, zu dieser Zeit an Bedürftige Krapfen zu verteilen.

Immer wieder tauchen in Original-Aufzeichnungen Nachweise auf, dass es der Obrigkeit nicht gefiel, wenn das einfache Volk dem bunten Treiben freien Lauf ließ. So wurden in Villach im Jahre 1655 fünf Personen straffällig, weil sie am Faschingssonntag "in die Maschkerada gangen", sprich verkleidet umherzogen. Alle historischen Unterlagen wurden für die Landesausstellung zu einem Dokumentarfilm verarbeitet sowie mit eigenen Filmen von Veranstaltungen und ORF-Archivmaterial angereichert.

Im Rahmen der Ausstellung werden auf großen Fahnen die lustigsten Geschichten und Fotos der Faschingszeitungen der vergangenen 25 Jahre gezeigt. Dabei werden, wie der Ausstellungsleiter und "Faschingsgeneralintendant" Eberhart verrät, auch die hellseherischen Fähigkeiten des alljährlich erscheinenden Blattes unter Beweis gestellt. So stand zum Beispiel 1993 auf der Titelseite: "Haider tritt aus der FPÖ aus". Im betreffenden Artikel war zu lesen, dass er eine neue Partei gründen werde. Im Jahre 2003 wurde sogar die Parteifarbe vorhergesagt, und zwar orange. Wie bekannt, hat sich all dies bewahrheitet.

Dokumentiert werden auch die großen Faschingsweckveranstaltungen, wo Tausende Besucher pünktlich am 11.11. um 11 Uhr 11 nach der Proklamation mit Krapfen versorgt wurden. Die größten Ansammlungen gab es 1989 in Velden, 1993 in der Wiener Kärntner Straße und 1995 am Neuen Platz in Klagenfurt. Weiters dokumentiert die Schau alle Kärntner Faschingsbräuche, auf Monitoren werden Ausschnitte aus den Kärntner Faschingssitzungen gezeigt. Auch alle Faschingsorden werden ausgestellt. Als Kurator der Landesausstellung fungiert Villachs langjähriger Gildenkanzler Gernot Bartl, für Stimmung bei der Eröffnung sorgt EU-Bauer Manfred Tisal. Ein Ausstellungskatalog liegt auf.

Zwei Tage vorher, am 9. November, wird in der Akademie Friesach das Kolloquium über das Faschingstreiben im Mittelalter eröffnet. Dabei gibt es eine Reihe interessanter Vorträge von Historikern sowie anderen Fachleute verschiedener Disziplinen aus Österreich und Deutschland zu Themen wie "Fasching - Fastnacht - Karneval", "Antike Vorläufer des Karnevals", "Fasching als Krisenzeit" oder "Der Narr und der Tod". Damit auch der Humor nicht zu kurz kommt, wurde der Schauspieler Adi Peichl für eine Lesung engagiert.

Arno Wiedergut

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